Copyright WiB  Stand 01.01.2017
Schützengesellschaft in Badenhausen
Das Schützenfest in Badenhausen
Heimat-und Geschichtsverein Badenhausen
50 Jahre Unterschied, beim Antreten vor dem Gasthaus "Klänhardt".
Alte Begriffe und Sprüche im Schützenwesen
Ein Bericht von Winfried Kippenberg
Badenhausen (kip)
Die Schützen pflegen und bewahren die Jahrhunderte alte Tradition des Schützenwesens. Dazu zählen auch alte Begriffe. Wie in Badenhausen so auch in den benachbarten Orten Gittelde und Windhausen gibt es die Schützenmeister. Früher war es ein geübter Schütze, der für die Organisation des Schießens verantwortlich war. Ihm oblag auch die ordnungsgemäße Durchführung des Schützenfestes. Er wurde auf den Schützenversammlungen gewählt. In den Bergstädten des Oberharzes -so auch in Bad Grund- ist der jeweilige Bürgermeister Oberschützenvogt (Schirmherr) und der Vereinsvorsitzende der Schützenvogt. Heute obliegt den Schützenmeistern in Badenhausen die Organisation des Schützenfestes. Sie werden vom Vorstand, der Schützengesellschaft und von den Schützenfähnrichen unterstützt. Sie führen im allgemeinen den Festumzug an, während die Umzüge selbst vom Schützenmajor und dem Junggesellen-Major mit seinen Adjutanten befehligt werden. Der Begriff "Freischießen" stammt aus dem Mittelalter -also aus der Zeit der Gründung der Schützengesellschaften. Der Schützenkönig war während seiner "Amtszeit" frei von Abgaben, Steuern, Hand- und Spanndiensten. Zur Belohnung kam er häufig besondere Rechte verliehen. Häufig wird die Auffassung vertreten, dass der Schützenkönig die Festteilnehmer freihalten muss. Dies ist eine irrige Annahme. Eher wurde der Schützenkönig früher "gehuldigt". Damals als auch heute steht es dem Schützenkönig frei, ob er einen ausgeben will. In Badenhausen führt er die Bezeichnung "Bestemann". Während in Eisdorf noch von Schüttenhoff gesprochen wird, wird in den übrigen Ortschaften der Gemeinde Bad Grund vom Schützenfest gesprochen. Schüttenhoff (Schüttenhof) ist eine alte Bezeichnung für Schützenfest. Im Mittelalter wurde häufig von Schützengilden gesprochen. Dies waren die Zusammenschlüsse der Schützen, die von den Zünften der Handwerker und Kaufleute gebildet wurden. In unserer Region ist das Vogelschießen nicht mehr ausgeübt. In unserer Region wird auf Scheiben geschossen. Der Begriff "Vogelschießen" rührt vom Schießen mit Pfeil und Bogen auf ein Ziel in Form eines an einer langen Stange befestigten Vogel. Wer das mit einem Nagel befestigte Mittelstücks dieses "Vogels" traf und das Stück fiel zu Boden wurde zum Schützenkönig ausgerufen. Daher rührt auch die Redewendung "Den Nagel auf den Kopf getroffen". Früher führte der Pritschenmeister die Umzüge an. Er war mit einem Narrengewand bekleidet. Der Pritschenmeister hatte für die Ordnung und Sicherheit des Umzuges zu sorgen. Er war quasi Zeremonienmeister. Er bestrafte die "Sünder" an Ort und Stelle sofort mit einer Pritsche. Daher auch der Begriff "Pritschenmeister". Weiter sind uns alte Sprüche überliefert, die ihren Ursprung im Schützenwesen haben. Dazu zählt "Den Nagel auf den Kopf getroffen", "Spann den Bogen nicht zu weit, nicht zu strafff!", "Überziehe den Bogen nicht!", "Er hat den Vogel abgeschossen!", "Aufs Korn nehmen!", "Pfeile abschießen!", "Etwas zum Besten!". Sicherlich gibt es noch viel mehr Redewendungen, die ihren Ursprung im Schützenwesen haben. Nach alter Tradition feiern die Orte Badenhausen, Gittelde und Windhausen alle drei Jahre ihr Schützenfest.
Der Bestemann